FSV Oberprechtal e.V. - Sportverletzungen
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Sportverletzungen


 

Muskelzerrung, Muskelriss, Muskelfaserriss
Dr. med. Karlheinz Zeilberger, Facharzt für Innere Medizin und Sportmedizin 
 
Beschleunigung und Stopps
Ein Muskel bzw. eine Muskelfaser kann zerreißen wie ein überdehntes Seil. Besonders häufig geschieht das bei Sportarten, wo man plötzlich anhalten oder schnell beschleunigen muss. Dazu zählen beispielsweise Fuß- und Handball, Kurzstreckensprints, Squash oder Tennis. Muskelzerrung, Muskelfaserriss und Muskelriss beruhen alle auf demselben Verletzungsmechanismus, nur das Ausmaß der Muskelschädigung ist unterschiedlich. Am häufigsten sind Waden- und Oberschenkelmuskulatur betroffen.
Wird ein Muskel plötzlich über sein physiologisches Maß hinaus gedehnt, spricht man von einer Muskelzerrung. Die eigentliche Struktur des Muskels bleibt dabei intakt. Ist die einwirkende Kraft größer als die Kraft des Muskels, können einzelne Muskelfasern reißen. Ist der Muskel vollständig durchtrennt, spricht man vom Muskelriss.
Begünstigt werden diese Muskelverletzungen durch Ermüdung, Überschätzung des eigenen Leistungsvermögens, Vorschädigungen in der Muskulatur sowie eine unzureichende Aufwärmphase.
 
Symptome
Eine leichte Zerrung kündigt sich durch krampfartige Schmerzen an und führt wie ein leichter Muskelfaserriss zu Schmerzen, wenn der betroffene Muskel gedehnt oder aktiv bewegt wird.
Bei schwereren Verletzungen ist zunächst kurzzeitig eine Muskeldelle erkennbar. Da auch Blutgefäße betroffen sind, kommt es im weiteren Verlauf zu Schwellungen und Schmerzen. Die Bewegung und Muskelkraft und damit der aktive Bewegungsablauf sind eingeschränkt.
Ein plötzlicher Muskelabriss führt zu einem scharfen, stechenden Schmerz. Der Muskel zieht sich zusammen, ist als Verdickung sichtbar und verliert seine Funktion. Nach einiger Zeit entstehen zusätzlich eine Schwellung und Verfärbung durch Blutergüsse.
Die Schmerzen entstehen als Folge einer Blutung innerhalb der Muskulatur. Der Muskel ist von einer derben Hülle (Muskelfaszie) ummantelt. Da sich die Blutung ausdehnt, steigt der Druck im Muskel, was sehr schmerzhaft ist.
 
Erste Hilfe
Ziel der Akutbehandlung ist es, die Blutung im Muskel so weit wie möglich zu reduzieren.
  • Kühlen Sie daher die betroffene Stelle etwa 15 bis 20 Minuten mit Eispackungen oder kalten Umschlägen. Die Kälte bewirkt, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen und weniger Blut austritt. Das Eis darf nicht direkt auf die Haut aufgebracht werden.
  • Lagern Sie die verletzte Stelle am besten hoch - das verringert den Blutfluss ins verletzte Gebiet.
  • Gut geeignet ist auch ein Kompressionsverband.
  • Auch wenn die Schmerzen schnell verschwinden: Verzichten Sie zunächst auf jegliche sportliche Aktivität, denn jede Muskelverletzung braucht Zeit um auszuheilen. Vermeiden Sie auch passive Bewegungen, lokal erwärmende Maßnahmen oder Massagen, weil diese die körpereigenen Reparaturmechanismen stören.
  • Die Wirksamkeit anderer Maßnahmen wie Reizstrom, Wärmebehandlung und die äußere Anwendung von Salben ist im Anschluss an die Akutphase umstritten.
 
Wann zum Arzt?
Verschwindet der Schmerz nicht innerhalb von kurzer Zeit und sind die Bewegungsfähigkeit und Muskelkraft eingeschränkt, sollten Sie umgehend zum Arzt gehen. Schildern Sie den Unfallhergang, dadurch erhält der Arzt erste Hinweise auf die Art der Verletzung. Mit spezifischen Bewegungstests lässt sich das Ausmaß der Einschränkung bestimmen. Eine Ultraschalluntersuchung zeigt, ob und wo sich ein Riss oder Bluterguss befindet und wie groß das Ausmaß der Verletzung ist.
Sind mehr als 75 Prozent des Muskelquerschnitts gerissen oder besteht ein sehr großer Bluterguss, ist in manchen Fällen eine Operation sinnvoll. Der Bluterguss wird entfernt und die gerissenen Muskelfasern genäht (Material, das sich selbst auflöst und vom Körper resorbiert wird). Danach erfolgt eine Ruhigstellung für ungefähr vier Wochen.

 



Prellung (Kontusion)
Dr. med. Karlheinz Zeilberger, Facharzt für Innere Medizin und Sportmedizin 
 
 
An der Tagesordnung
Sportler leben nicht ganz ungefährlich. Vor allem beim Aufprall auf ein Hindernis, einem Schlag oder Stoß kann es zu Verletzungen kommen. In Zweikämpfen beim Fußball ist das beispielsweise an der Tagesordnung, beim Handball stürzt der Spieler beim Torwurf hart aufs Knie oder der Schmetterball beim Volleyballspielen endet im Rücken eines Spielers. Ist dabei keine Verletzung des Gewebes oder der Haut sichtbar, spricht man von einer Prellung.
Je nachdem, wo die Prellung liegt, wird das weiche Gewebe (z.B. der Muskel) direkt gegen härtere Gewebestrukturen (z.B. Knochen oder Gelenkkapseln) gedrückt und zusammengequetscht. Typisch beim Sport sind Muskel- und Gelenkprellungen.
 
Symptome
Bei der Prellung werden Blut- und Lymphgefäße zerquetscht und Flüssigkeit tritt in das Gewebe aus. Zudem können kleine Blutgefäße reißen, oft entstehen zusätzlich ein Bluterguss und eine Schwellung. Es gibt verschiedene Arten von Prellungen:
Muskelprellungen sind sehr schmerzhaft. Dabei bildet sich der Bluterguss zwischen den einzelnen Muskelfasern; der Schmerz setzt meist sofort ein und schränkt die Beweglichkeit ein. Bei größeren Schwellungen kann sich eine Muskelverhärtung bilden.
Bei schweren Gelenkprellungen bildet sich oft ein Erguss im Gelenk. Besonders häufig sind im Sport Knie-, Sprung- und Schultergelenk betroffen. Gelenkergüsse sind schmerzhaft und die Funktion des Gelenks ist eingeschränkt.
Knochenprellungen entstehen dort, wo der Knochen nur von einer dünnen Hautschicht bedeckt ist, beispielsweise am Schienbein. Bei einem Tritt gegen das Schienbein zerreißen die Gefäße der Knochenhaut und es bildet sich ein Bluterguss zwischen Knochen und Knochenhaut. Diese Haut ist sehr schmerzempfindlich, weshalb Knochenprellungen sehr deutlich spürbar sind. Allerdings hält der starke Schmerz nur wenige Minuten an.
Prellungen innerer Organe sind zwar seltene, aber sehr ernste Verletzungen. Sie können vor allem bei Mannschaftssportarten mit Körperkontakt oder Stürzen vom Rad vorkommen. Es können alle Organe betroffen sein, z.B. Nieren, Leber, Milz oder Darm. Die Verletzungen müssen nicht sofort zu Symptomen führen. Bei einem Verdacht sollte sich der Betroffene sofort gründlich ärztlich untersuchen lassen.
Augenprellungen entstehen meist durch einen Schlag auf das Auge, beispielsweise durch Fuß-, Tennis- oder Squashbälle. Es kommt zur Einblutung ins Auge. Ein Arzt sollte das Auge untersuchen, um weitere Verletzungen auszuschließen.
 
Erste Hilfe
Ziel der Akutbehandlung ist es, den Austritt von Blut und Lymphe in das umliegende Gewebe so weit wie möglich zu reduzieren.
  • Kühlen Sie daher die betroffene Stelle etwa 15 bis 20 Minuten lang. Dazu können Sie Eispackungen, (Eissprays mit Vorsicht) oder Umschläge mit kaltem Wasser verwenden. Die Kälte bewirkt, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen und weniger Blut austritt. Aber: Eis nicht direkt auf die Haut wegen lokaler Erfrierungsgefahr!
  • Lagern Sie die verletzte Stelle hoch, wenn es möglich ist. Auch das verringert den Blutfluss zum verletzten Gebiet.
  • Empfehlenswert ist ein Kompressionsverband.
  • Auch wenn die Schmerzen schnell vorüber gehen, sollten Sie auf sportliche Tätigkeiten zunächst verzichten. Denn dies würde die Durchblutung steigern und zur Schwellung und zu Gefäßschädigungen führen.
  • Bei Prellungen des Bauchraums sollte sich der Betroffene mit angezogenen Knien hinlegen, dies lindert die Schmerzen. Bei Augenprellungen gilt: Kühlen Waschlappen auflegen!
  • Belasten Sie den betroffenen Körperteil auch einige Tage nach der Verletzung nicht zu stark, sonst kann es zu einer erneuten Einblutung und weiteren Gefäßverletzungen kommen.
Wann zum Arzt?
Manchmal ist es nicht ganz einfach, zwischen einer ernsthaften Verletzung und einer Bagatellverletzung zu unterscheiden. Im Zweifelsfall sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen. Dies gilt besonders wenn Kopf, Bauchraum und Auge betroffen sind. Mit einer Ultraschalluntersuchung lässt sich genauer feststellen, wie groß das Ausmaß der Verletzung ist und wie sie verläuft. Manchmal werden auch Röntgenuntersuchungen durchgeführt, um eine knöcherne Verletzung auszuschließen.
Bei sehr schweren Prellungen mit großen Blutergüssen, vor allem im Gelenk, kann eine Punktion sinnvoll sein. Mit einer Nadel wird die Flüssigkeit abgesaugt. Manchmal muss ein bestehender Bluterguss auch operativ entfernt werden. Als Komplikation einer schweren Muskelprellung kann es zu einer Druckerhöhung im Muskel, dem Kompartmentsyndrom, kommen. Dabei wird der Muskel nicht mehr versorgt und kann absterben. Deshalb muss rasch operativ für Entlastung gesorgt werden.
 




Bänderdehnung, Bänderriss
Dr. med. Karlheinz Zeilberger, Facharzt für Innere Medizin und Sportmedizin 
 
Strapazierte Bänder
Die Bänder sind für die Stabilität und Bewegungsführung eines Gelenks wichtig. Im Sport kommen Bandverletzungen häufig im Bereich von Sprunggelenk, Knie, Ellenbogen, Handgelenk und Schulter vor. Die Ursache ist eine gewaltsame Bewegung eines Gelenks. Je nach Intensität kommt es zu einer Bänderdehnung, einem Bänderriss oder einer Verstauchung (Distorsion).
Bei bestimmten Ballsportarten, vor allem beim Volleyball, sind häufig die Fingergelenke betroffen. Die Bänder des Sprunggelenks werden beim Umknicken in Mitleidenschaft gezogen, beispielsweise beim Laufen oder Springen (z.B. Tennis, Fußball, Basketball).
Die Kreuzbänder oder das Innenband des Knies sind bei sehr starken Drehbewegungen, die das normale Bewegungsausmaß überschreiten, oder bei Überstreckung, betroffen. Häufig entstehen solche Verletzungen beim Skifahren oder Fußball spielen. Beim sogenannten Ski-Daumen reißt ein Seitenband des Daumengrundgelenks. Dies geschieht (wie der Name besagt) häufiger beim Skifahren, wenn man mit dem Daumen auf die Piste stürzt oder beim Sturz in der Schlaufe des Skistocks hängen bleibt.
 
Symptome
Bei einer Bänderdehnung kommt es zu Schmerzen und Schwellungen. Reißt ein Band, kann der Betroffene unter Umständen sogar ein Geräusch („Krachen“) hören. Zudem ist ein plötzlicher, heftiger Schmerz spürbar. Das verletzte Gelenk schwillt an und kann sich im Lauf der nächsten Stunden blau verfärben. Reißt das Außenband am Sprunggelenk, sieht man fast immer eine deutliche Blaufärbung. Bei Verletzungen des Knies entsteht nur selten ein Bluterguss unter der Haut. Der Betroffene kann das Gelenk nicht richtig belasten. Eine Bandverletzung kann auch dann vorliegen, wenn der Verletzte noch laufen kann.
 
Erste Hilfe
Ziel der Ersten Hilfe ist es, die Schwellung im Gewebe so weit wie möglich zu reduzieren.
  • Kühlen Sie die betroffene Stelle etwa 15 bis 20 Minuten; wenden Sie Eispackungen oder Umschläge mit kaltem Wasser an. Die Kälte bewirkt, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen und weniger Blut austritt. Legen Sie das Eis aber nicht direkt auf die Haut.
  • Wenn möglich: Lagern Sie die verletzte Stelle hoch - auch das verringert den Blutfluss zum verletzten Gebiet.
  • Empfehlenswert ist auch ein Kompressionsverband.
  • Auch wenn die Schmerzen schnell nachlassen oder verschwinden: Vermeiden Sie weitere sportliche Aktivitäten. Eine Bänderdehnung von einem Bänderriss oder einer Verstauchung zu unterscheiden, ist nicht einfach. Lassen Sie deshalb das verletzte Gelenk von einem Arzt untersuchen.
Therapie
Beschreiben Sie dem Arzt den Unfallhergang und die Symptome – diese geben erste Hinweise auf die Art der Verletzung. Anhand gezielter Funktionstests lässt sich feststellen, welche Verletzungen vorliegen. In manchen Fällen sind diese Untersuchungen aber aufgrund der Schmerzen nicht möglich. Eine Röntgenuntersuchung zeigt, ob zusätzlich Knochenverletzungen vorliegen. Ist das Knie betroffen, wird häufig eine Kernspinuntersuchung durchgeführt.
Bei einer Bänderdehnung ist es meist ausreichend, das Gelenk einige Zeit durch Bandagen zu stabilisieren. Die Beschwerden sollten innerhalb von etwa zwei Wochen verschwinden. In dieser Zeit können Sie das Gelenk zwar belasten, Sie sollten aber keinen Sport treiben, weil die Gefahr einer erneuten Verletzung des überdehnten Bandapparates groß ist.
Die Behandlung eines Bänderrisses im Sprunggelenk hängt von der körperlichen Aktivität und dem Alter des Patienten ab. In den meisten Fällen reicht eine Stabilisierung des Gelenkes mit speziellen Bandagen oder Orthesen für etwa acht Wochen aus. Bei Leistungssportlern werden je nach Ausmaß der Verletzung gerissene Bänder häufig aneinandergelegt und operativ vernäht.
Ein Skidaumen sollte innerhalb kurzer Zeit operiert werden, um die volle Funktion der Hand zu erhalten.
Kreuzbandrisse im Kniegelenk werden heute meist operiert. Frische Verletzungen lassen sich nähen und das Kreuzband wird zusätzlich durch ein Stück körpereigene Sehne verstärkt. Bei älteren Rissen wird das Kreuzband durch ein Stück Sehne ersetzt (Kreuzbandplastik). Isolierte Risse der Seitenbänder müssen nicht operiert werden. Die Betroffenen müssen für sechs Wochen eine Bewegungsschiene mit einstellbarer Beugung tragen.
Anschließend ist eine konsequente krankengymnastische Behandlung wichtig, um die Muskeln zu kräftigen und die Bewegungskoordination zu verbessern - dies gilt unabhängig von der Therapiemethode.





Meniskusriss
Dr. med. Karlheinz Zeilberger, Facharzt für Innere Medizin und Sportmedizin 
 
Kleine Scheiben
Die Menisken sind zwei kleine Knorpelscheiben, die zwischen Ober- und Unterschenkel liegen und deren Kontaktfläche vergrößern. Sie sind damit eine Art Stoßdämpfer und Lastenverteiler im Bereich des Kniegelenks. Menisken werden vor allem durch plötzliche und schräg einwirkende Kräfte verletzt. Typisch sind Dreh-Sturzverletzungen, beispielsweise beim Skifahren oder Fußball. Im Alltag kann es sogar beim "in-die-Hocke-Gehen" zu einer Schädigung des Meniskus kommen.
Verletzungen des Innenmeniskus sind viel häufiger als des äußeren Meniskus. Die kleinen Scheiben können in alle Richtungen reißen: längs (Korbhenkelrisse), quer, horizontal oder eine Kombinationen daraus.
 
Symptome
Die Beschwerden hängen davon ab, wie schwer die Verletzung ist. Der Meniskus selbst schmerzt nicht, weil sich dort keine Nerven befinden. Abgerissene Meniskusanteile können aber die Gelenkkapsel reizen und zu Schmerzen sowie einem Knieerguss führen. Bewegungen verstärken die Symptome. Häufig sind neben dem Meniskusriss auch weitere Verletzungen vorhanden, zum Beispiel der Bänder.
 
Erste Hilfe
Ziel ist es, die Schwellung im Kniegelenk so weit wie möglich zu vermindern.
  • Kühlen Sie das Knie mit Eispackungen oder Umschlägen mit kaltem Wasser, legen Sie das Eis aber nicht direkt auf die Haut.
  • Lagern Sie das Bein hoch und bewegen Sie es so wenig wie möglich.
  • Bestehen Schmerzen und eine Schwellung, sollten Sie Ihr Knie auf jeden Fall von einem Arzt untersuchen lassen.
Therapie
Schon die Schilderung des Unfallhergangs kann auf eine Meniskusverletzung hindeuten. Erhärten lässt sich die Diagnose durch verschiedene Funktionstests. In den meisten Fällen wird auch eine Kernspintomografie durchgeführt.
Kleine Längsrisse des Meniskus müssen nicht operiert werden, wenn sie keine Beschwerden verursachen. Das Bein wird für drei bis vier Wochen entlastet. Patienten laufen mit Krücken, weil das Bein nicht wie gewohnt belastet werden darf.
Größere Meniskusverletzungen müssen operiert werden. Dies geschieht heute in den allermeisten Fällen mittels einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie). Der Riss wird entweder genäht oder mit speziellen Stiften (so genannten "darts") fixiert. Sie bestehen aus einem Material, das der Körper später wieder auflösen kann (bioresorbierbar). Manchmal müssen Teile des Meniskus entfernt werden. Ziel ist es aber, so viel gesundes Meniskusgewebe wie möglich zu erhalten.
Auch nach einer Operation muss das Bein für einige Zeit entlastet werden. Dabei kann es je nach Verletzung und Operation auch möglich sein, dass Sie relativ rasch wieder belasten dürfen und sollen (so genannte frühfunktionelle Behandlung).
Ob mit oder ohne Operation - anschließend sind krankengymnastische Übungen wichtig, um die Muskulatur zu stärken. Mit Sport können die meisten nach vier bis sechs Wochen wieder beginnen.

 



Sehnenriss
Dr. med. Karlheinz Zeilberger, Facharzt für Innere Medizin und Sportmedizin 
 
Wenig elastisch
Sehnen übertragen die Kraft des Muskels auf das Skelett. Sie sind wenig elastisch und können bei plötzlicher, starker Belastung, einem Tritt, Schlag oder Aufprall auf die maximal gespannte Sehne, überdehnt werden oder sogar reißen. Besteht bereits eine Sehnen- oder Sehnenscheidenentzündung, ist das Risiko für einen Sehnenriss erhöht. Etwa ab dem 30. Lebensjahr verlieren Sehnen an Elastizität und Verletzungen treten deshalb häufiger auf.
Die Achillessehne und die Strecksehnen der Finger-Endgelenke sind beim Sport am meisten in Gefahr. Speziell beim Joggen, Skifahren, Tennis oder Springen können Verletzungen der Achillessehne entstehen. Die Fingersehnen werden bei Ballsportarten wie Volley- oder Basketball beansprucht.
Aufwärmen und Dehnungsübungen sowie elastische Bandagen können vor einer Sehnenverletzung schützen.
 
Symptome
Bei einem Sehnenriss verspürt der Betroffene einen plötzlichen, intensiven Schmerz. Oft ist der Riss auch hörbar - es entsteht ein knallartiges Geräusch. Der betroffene Muskel lässt sich nicht mehr aktiv bewegen, also beugen oder strecken. Manchmal ist anfangs eine Delle im Bereich des Risses und eine Wulst durch den zusammengezogenen Muskel erkennbar.
Bei einem Teilriss der Sehne treten ebenfalls akute Schmerzen auf. Der Muskel lässt sich zwar bewegen, aber nur unter Schmerzen.
 
Erste Hilfe
Bei Verdacht auf einen Sehnenriss müssen Sie sich von einem Arzt untersuchen lassen! Ziel der ersten Behandlung ist es, die Schwellung und die Schmerzen so weit wie möglich zu reduzieren. 
  • Kühlen Sie die betroffene Stelle, lagern Sie sie wenn möglich hoch und bewegen Sie das verletzte Körperteil so wenig wie möglich. 
  • Lassen Sie sich so schnell wie möglich zum Arzt bringen.
 
Therapie
Die Beschreibung des Unfallhergangs und die Symptome geben erste Hinweise auf die Art der Verletzung. Bei der körperlichen Untersuchung kann der Arzt durch gezielte Funktionstests feststellen, welche Verletzungen vorliegen. Eine Röntgenuntersuchung zeigt, ob bei einem Sehnenriss auch Knochenteile mit ausgerissen wurden. Eine Ultraschalluntersuchung kann die Diagnose absichern.
Gerissene Sehnen sind ohne Operation (konservativ) behandelbar, wenn die Sehnenenden nah beieinander liegen. Bei Sportlern wird eher die operative Therapie empfohlen. Die Sehnenstümpfe werden mit Hilfe einer speziellen Nahttechnik vernäht, in manchen Fällen wird die Naht zusätzlich durch die Haut benachbarter Muskeln (Faszie) verstärkt.
Risse der Beuge- und Strecksehnen der Hand werden meistens innerhalb der ersten 24 Stunden operiert. Danach wird sie in einer speziellen Schiene fixiert.
Eine gerissene Achillessehne wird häufig operiert. Danach muss die Sehne entlastet werden. Wichtig sind Spezialschuhe, welche die Ferse in eine erhöhte Position bringen. Nach der Ruhigstellung für Wochen ist eine Schonung und vorsichtiges Auftrainieren über Monate hinweg notwendig.

 



Verrenkung
Dr. med. Karlheinz Zeilberger, Facharzt für Innere Medizin und Sportmedizin 
 
Gelenkflächen getrennt
Bei einer Verrenkung (Luxation) werden die Flächen eines Gelenks voneinander getrennt. Mediziner bezeichnen dies auch als Auskugelung. Bleibt ein Teil der Gelenkflächen miteinander in Kontakt, spricht man von einer unvollständigen Verrenkung (Subluxation). Ursache dieser Verletzung ist eine Gewalteinwirkung. Die Gelenkflächen werden gegeneinander verschoben und bleiben in dieser abnormen Stellung.
Bei Sportlern sind häufig die Gelenke von Schulter, Ellenbogen, Fingern sowie die Kniescheibe betroffen. Luxationen des Schulter- und Ellenbogengelenks sind meist die Folge von Stürzen, da jeder reflexartig versucht, sich beim Sturz mit den Armen abzufangen. Auch Sportarten wie Judo oder Handball sind eine Gefahr für das Schultergelenk. Die Fingergelenke werden häufig beim Volleyballspielen verletzt, wenn der Ball mit ausgestreckten Fingern angenommen wird (Pritschen). Die Kniescheibe kann bei Sprungübungen luxieren.
Durch die Verrenkung kommt es häufig zu weiteren Verletzungen, beispielsweise Risse der umgebenden Gelenkkapsel und Bänder.
 
Symptome
Eine Luxation ist sehr schmerzhaft. Die betroffene Gliedmaße lässt sich nicht mehr bewegen, häufig ist eine Fehlstellung erkennbar und nach einiger Zeit kommt es zu einer Schwellung. Sind auch Nerven verletzt, kann die Empfindung und Funktion gestört sein. Bei einer Ellenbogenverrenkung können beispielsweise Funktion und Gefühl in der Hand eingeschränkt sein.
 
Erste Hilfe
Ausgekugelte Gelenke darf nur ein Fachmann einrenken! Legen Sie auf keinen Fall selbst Hand an.
Ziel der Akutbehandlung ist es, weitere Schäden zu vermeiden und die Schwellung des Gewebes so weit wie möglich zu reduzieren; dadurch lässt sich das Gelenk später besser einrenken.
  • Stellen Sie das betroffene Gelenk möglichst schmerzfrei ruhig, beispielsweise mit einem Dreieckstuch.
  • Kühlen Sie die verletzte Stelle etwa 15 bis 20 Minuten lang mit Eispackungen, (Eissprays) oder Umschläge mit kaltem Wasser verwenden. Keinen direkten Eiskontakt mit der Haut.
  • Wenn es möglich ist, sollten Sie die verletzte Stelle hoch lagern. Entfernen Sie vorsichtig Schmuck oder Ringe von den Fingern.
  • Lassen Sie sich dann so schnell wie möglich zum Arzt bringen.
 
Therapie
Verrenkungen werden immer vom Arzt behandelt. Zunächst muss er feststellen, ob weitere Verletzungen des Gelenks wie etwa Bänderrisse vorliegen. Diagnosemethoden sind Röntgenaufnahmen, manchmal auch Ultraschall oder Kernspintomograpfie. Sind keine weiteren Verletzungen erkennbar, wird das Gelenk unter Narkose wieder eingerenkt. Dies sollte möglichst innerhalb weniger Stunden nach der Verletzung geschehen.
Kleinere Gelenke (z.B. Finger) werden unter örtlicher Betäubung eingerenkt. Sind Weichteile wie Kapseln oder Bänder geschädigt, ist eine Operation unumgänglich. Im Anschluss muss das betroffene Körperteil für einige Zeit, manchmal für Wochen, ruhig gestellt werden. Dann folgen spezielle Bewegungsübungen und gegebenenfalls ein Krafttraining.

 



Verstauchung
Dr. med. Karlheinz Zeilberger, Facharzt für Innere Medizin und Sportmedizin 
 
Gelenkflächen verschoben
Bei einer Verstauchung (Distorsion) verschieben sich die Flächen eines Gelenks, sie werden kurzfristig voneinander getrennt. Die Ursache für diese Verschiebung ist die Einwirkung von Gewalt. Anschließend kehren die Gelenkstrukturen wieder in den Ausgangszustand zurück.
Bei der Verstauchung werden die Gelenkkapsel sowie umgebende Muskeln und Bänder stark überdehnt. Oft reißen auch Blutgefäße und es kommt zum Bluterguss. Meist handelt es sich um eine vorübergehende Überdehnung, es kann aber auch zu Bänderrissen kommen.
Verstauchungen kommen beim Sport relativ häufig vor. Knickt beispielsweise der Fuß um, ist das Sprunggelenk betroffen. Häufig geschieht dies beim Fußball und Basketball sowie in Lauf- und Sprungdisziplinen auf unebenem Boden. Verstauchungen des Kniegelenks entstehen bei Drehbewegungen, beispielsweise durch Fouls beim Fußball. Die Daumen- und Fingergelenke werden oft beim Volleyballspielen oder Skilaufen gestaucht.
 
Symptome
Eine Verstauchung ist schmerzhaft. Manchmal lässt sich das betroffene Gelenk nicht mehr richtig bewegen und es schwillt nach einiger Zeit an. Sind Blutgefäße gerissen, entsteht zusätzlich eine blaue Verfärbung (Bluterguss, Hämatom).
Wenn Sie häufiger umknicken, können die Bänder mit der Zeit ihre Spannung verlieren. Sie leiern nach und nach aus (wie ein alter Gummi). Das Gelenk ist dann nicht mehr stabil und die Gefahr einer vorzeitigen Gelenksabnutzung (Arthrose) steigt.
 
Erste Hilfe
Ziel der Akutbehandlung ist es, die Schwellung des Gewebes so weit wie möglich zu reduzieren.
  • Kühlen Sie die betroffene Stelle etwa 15 bis 20 Minuten lang. Verwenden Sie Eispackungen, (Eissprays mit Vorsicht) oder Umschläge mit kaltem Wasser. Die Kälte bewirkt, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen und weniger Blut austritt. Aber: Eis nicht direkt auf die Haut wegen lokaler Erfrierungsgefahr!
  • Lagern Sie die verletzte Stelle am besten hoch, denn das verringert den Blutfluss zum verletzten Gebiet zusätzlich.
  • Empfehlenswert ist ein Kompressionsverband.
  • Belasten Sie das Gelenk nicht unnötig und vermeiden Sie sportliche Aktivitäten - auch, wenn die Schmerzen schnell weg sind.
  • In den ersten 24 Stunden gilt: keinen Alkohol auf die verletzte Stelle, keine Wärmebehandlung!
Wann zum Arzt?
Schwere Verstauchungen können mit einem Bänderriss oder sogar einer knöchernen Verletzung kombiniert sein. Allerdings sind die anfänglichen Symptome bei jeder Verstauchung gleich. Deshalb ist es nicht immer leicht zu unterscheiden, ob es sich um eine leichte oder schwere Verletzung handelt.
Gehen Sie im Zweifelsfall immer zum Arzt, vor allem, wenn sich ein Bluterguss (Hämatom) entwickelt. Er untersucht das betroffene Gelenk und prüft, ob Bänder verletzt sind. Manchmal sind zusätzlich spezielle Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen notwendig. Sind Bänder oder Kapsel verletzt, muss das betroffene Gelenk für mehrere Wochen ruhig gestellt oder operiert werden.

 



Knochenbrüche (Frakturen)
Dr. med. Karlheinz Zeilberger, Facharzt für Innere Medizin und Sportmedizin 
 
Harte Körperstützen
Die mehr als 200 Knochen im menschlichen Körper sind doppelt so hart wie Granit - sich einen Knochen zu brechen ist also nicht so einfach. Dennoch haben schon viele Sportler Bekanntschaft mit der Gipsschiene gemacht.
Ein Sturz vom Fahrrad oder beim Inlineskaten kann zu einem Bruch des Unterarms führen. Unterarmbrüche sind die häufigsten Knochenbrüche, da wir bei einem Sturz reflexartig versuchen, den Körper mit den Armen und Händen abzufangen. Auch das Schlüsselbein wird bei Stürzen vom Fahrrad häufig gebrochen.
Ermüdungsbrüche (Stressfrakturen) entstehen im Gegensatz zu den "echten" Knochenbrüchen nicht durch einen Unfall, sondern durch eine ständige unphysiologische Be- oder Überlastung des Knochens. Besonders häufig sind die Mittelfußknochen und das Schienbein bei Läufern oder Fußballspielern betroffen. Es kommt zunächst zu mikroskopisch kleinen Rissen, die sich mit der Zeit zu einem echten Bruch entwickeln können.
 
Symptome
Knochenbrüche verursachen starke Schmerzen. Meist kommt es auch zu Schwellungen und Blutergüssen. Bei einem offenen Bruch blutet die Wunde, die Knochenenden können die Haut durchbohren. Äußerlich kann eine abnorme Fehlstellung auffallen.
Bei einer Stressfraktur treten oft recht unspezifische Schmerzen am äußeren Fußrand, im Mittefußbereich oder am Schienbein auf. Die Beschwerden sind bei Belastung stärker und können danach auch ganz verschwinden.
 
Erste Hilfe
Bei Verdacht auf einen Knochenbruch muss der Betroffene immer ärztlich untersucht werden. In vielen Fällen ist sogar ein Notruf erforderlich.
  • Bewegen Sie den Verletzten so wenig wie möglich, um weitere Schmerzen und zusätzliche Verletzungen zu vermeiden.
  • Versuchen Sie auf keinen Fall, Fehlstellungen auf eigene Faust zu korrigieren oder Gelenke einzurenken. Schienen (z.B. mit Stöcken) ist nur sinnvoll, wenn über längere Zeit keine ärztliche Hilfe zu erwarten ist.
  • Eine Schmerzlinderung können Sie durch Kühlung der verletzten Stelle erreichen (nur bei geschlossenen Knochenbrüchen, wenn die Haut unverletzt ist!). Legen Sie das Eis aber nie direkt auf die Haut.
  • Wunden sollten Sie keimfrei abdecken, üben Sie aber dabei keinen Druck auf das Wundgebiet aus. Polstern Sie hervorstehende Knochenteile ab und bewegen Sie diese nicht.
  • Brüche größerer Knochen wie des Oberschenkels können zu großen Blutverlusten und damit zum Schock führen. Daher sollten Sie den Verletzen nicht alleine lassen und immer wieder Atmung und Puls kontrollieren. Geben Sie nichts zu essen oder trinken, da unter Umständen eine Operation mit Narkose nötig sein kann.
Therapie
Die Beschreibung des Unfallhergangs gibt dem Arzt erste Hinweise auf die Verletzungen. Eine eindeutige Diagnose bringt meist erst eine Röntgenuntersuchung. Manchmal folgt anschließend eine Computertomografie oder Kernspinuntersuchung (MRT).
Früher wurden Brüche meist mit einem Gipsverband für längere Zeit ruhig gestellt. Heute werden die Knochenteile häufig mit Schrauben, Platten oder Nägeln fixiert. Das hat den Vorteil, dass sich der verletzte Körperteil früher wieder bewegen lässt. Die Art der Behandlung hängt von der Art und vom Ort des Bruches ab.
Ob mit oder ohne Operation - im Anschluss sollte eine intensive krankengymnastische Behandlung erfolgen.
Stressfrakturen sind im Röntgenbild kaum zu erkennen. Computertomografie oder Szintigrafie geben Hinweise auf die richtige Diagnose. Wird eine Stressreaktion des Knochens frühzeitig erkannt, hilft eine längere Trainingspause mit einer Ruhigstellung. Ist aus der Stressfraktur ein richtiger Bruch entstanden und kommt es - in seltenen Fällen - zu einer Verschiebung der beiden Bruchenden, so ist auch hier manchmal eine operative Behandlung notwendig.